Quelle: Das Fragment eines Fußteiles mit einem Teil der Gefäßwandung des Originales ist im Museum der Burg in Burgthann zu sehen.
Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Im Rahmen einer Grabung im Areal eines ehemaligen Kellergewölbes auf der Burg Thann wurde eine Vielzahl von Keramik-, Holz-, Glas- sowie Buntmetallobjekten geborgen. Das Fundstück selbst ist massiv zerscherbt, es blieb lediglich ein Fragment des Bodens mit einem Teil der Gefäßwandung erhalten, daher folgt hier nur eine Kurzbeschreibung des Rekonstruktionsversuches: Als Fuß zeigt sich ein breites, in Abständen halbkreisförmig gekniffenes Band, der Boden ist wenig hochgestochen. Auf der Wandung ist ein dünner, in Spiralwindung umgewickelter Faden aufgebracht, am unteren Rand der Lippe wieder ein gekniffenes Band. Datiert wurde der Fund anhand der vorliegenden Keramik auf Ende 13. bis Mitte 14. Jahrhundert.
Quellenvergleich: Dieses Fragment ist typologisch mehreren Funden aus Mainz sowie Köln zuzuordnen, welche ebenfalls auf den Zeitraum spätes 13. bis Mitte 14. Jahrhundert datiert wurden. Für eine wahrscheinlichen Herkunft aus dem Spessart sprechen die Ähnlichkeit mit Fragmenten der Glashütte im Laudental.
Generell: Lange Zeit bleiben Gläser im archäologischen Fundgut selten und galten deshalb als vornehmes Trinkgeschirr einer exklusiven Oberschicht. Erst mit der systematischen Erforschung der mittelalterlichen Stadtkerne änderte sich das Bild radikal: Seit den 1980er Jahren finden sich Glasfragmente unterschiedlichster Art in vielen Latrinengruben.
