Allgemein: Im Spätmittelalter waren Trinkbecher bzw. so genannte Mehrpassbecher äußerst beliebt, wie die Anhäufung des entsprechenden Fundgutes in etlichen, über ganz Süddeutschland (z. B. Freiberg/Sachsen, Regensburg, Bayreuth, Würzburg, Nürnberg, Burgthann, Forchheim, Neuses a.d. Pegnitz etc.) und dem heutigen Tschechien verteilten Fundkomplexen und Einzelfunden beweisst. Hier ist jedoch zu beobachten, dass sich gerade die Mehrpassbecher in Form und Größe regional wesentlich unterscheiden.
Quelle: Das Original befindet sich im Besitz des naturhistorischen Museums Nürnberg und satmmt aus der Grabung in der Tetzelgasse in Nürnberg.
Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Das Objekt besitzt einen geraden Standboden, größter Durchmesser des Gefäßkörpers in Höhe der Schulter, nach Einziehung zeigt sich ein relativ flacher, denoch ausladender, in vierpassform gefalteter Rand. Auf der Außenseite ist ein siebenzeiliges, sehr deutlich ausgearbeitetes Furchenband zu sehen, ebenso findet sich auf der Innenseite der Wandung ein ebenfalls sehr ausgeprägtes, mehrzeiliges Furchenband. Anhand dieser Formensprache kann das Objekt als Becher Typ 8 nach Robert Koch eingeordnet werden. Der Scherben ist beige bis weiß, hervorzuheben ist eine sehr feine Magerung. Fundort war lt. Angaben des naturhistorischen Museums Nürnberg in der Tetzelgasse in Nürnberg. Die Datierung wurde anhand der Formensprache in die erste Hälfte des 14. Jahrhundert festgesetzt. Der Becher kann anhand der Formensprache als “Vorläufermodell” des im Rathaus gefundenen Vierpassbechers betrachtet werden.
Diese Rekonstruktion ist eine Arbeit von Anna Axtmann.

