Griffangelmesser Holtmann Typ Ia2.3 A1.3.3

Kurzes Messer nach Fund aus London

Allgemein: Einer der bedeutensten alltäglichen Gebrauchsgegenstände stellte im Mittelalter das Messer dar, es diente als Besteck, Werkzeug und Waffe in einem. Hierdurch ergab sich eine Vielzahl, sich nach dem Gebrauch richtende Formen. Ab dem spätem Mittelalter nahmen die Messer schlankere Formen an und die Griffzungenmesser nahmen gegenüber den früheren Griffangelmessern eine dominierende Rolle ein.

Quelle: Bei Holtmann (“Untersuchung zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Messer”, 1994) wird die Klingenform dem Typus Ia2.3 zugeordnet, die Befestigung der Klinge im Griff wird ebd. als “Griffangelkonstruktion ohne zusätzliche Befestigungsart” bezeichnet und unter der Bezeichnung A1.3.3 genauer spezifiziert. Als archäologische Basis für die eigentliche Rekonstruktion der Klinge wurde ein Fund aus London mit der Fundnummer 81 aus “Knifes and Scabbards, Medieval finds in London 1″ herangezogen. Die Form des Griffes war anscheinend europaweit sehr gängig und ist in Verbindung mit den unterschiedlichsten Messerformen anzutreffen.

Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Das Objekt Nr. 81, welches als Vorlage für die Rekonstruktion diente, stammt aus der Grabung BWB83 “Billingsgate Lorry Park”. Es handelt sich um ein Griffangelmesser, die Länge der Klinge betrug ca. 111 mm und die Breite ca. 22 mm. Die Dicke der Klinge wird mit 3 mm angegeben. Der gesamte Fundkomplex wurde auf das späte 14. Jahrhundert datiert.

Quellenlage/ Vergleiche: Weitere, dem Zeitfenster und formensprachlich entsprechende Objekte wurden bei Grabungen in BC72 “Baynards Castle Dock” (Nr. 77) sowie BWB83 “Billingsgate Lorry Park” (Nr. 79) ergraben.