einfaches Griffangelmesser nach Fund aus London
Allgemein: Einer der bedeutensten alltäglichen Gebrauchsgegenstände stellte im Mittelalter das Messer dar, es diente als Besteck, Werkzeug und Waffe in einem. Hierdurch ergab sich eine Vielzahl, sich nach dem Gebrauch richtende Formen. Ab dem spätem Mittelalter nahmen die Messer schlankere Formen an und die Griffzungenmesser nahmen gegenüber den früheren Griffangelmessern eine dominierende Rolle ein.
Quelle: Bei Holtmann (“Untersuchung zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Messer”, 1994) wird die Klingenform dem Typus IIIe14.1 zugeordnet, die Befestigung der Klinge im Griff wird ebd. als “Griffangelkonstruktion ohne zusätzliche Befestigungsart” bezeichnet und unter der Bezeichnung A1.3.3 genauer spezifiziert. Als archäologische Basis für die eigentliche Rekonstruktion der Klinge wurde ein Fund aus London mit der Fundnummer 86 aus “Knifes and Scabbards, Medieval finds in London 1″ herangezogen. Die Form des Griffes war anscheinend europaweit sehr gängig und ist in Verbindung mit den unterschiedlichsten Messerformen anzutreffen.
Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Das Objekt Nr. 86, welches als Vorlage für die Rekonstruktion diente, stammt aus der Grabung BC72 “Baynards Castle Dock”. Es handelt sich um ein Griffangelmesser, die Länge der Klinge betrug ca. 109 mm und die Breite ca. 16 mm. Die Dicke der Klinge wird mit 2 mm angegeben. Das Objekt stammt aus der größten Gruppe des Fundbestandes, diese Gruppe wurde auf das späte 14. Jahrhundert datiert.
Quellenlage/ Vergleiche: Weitere, dem Zeitfenster und formensprachlich entsprechende Objekte wurden bei der Grabung BWB83 “Billingsgate Lorry Park” (Nr. 87) sowie TL74 “Trig Lane” (Nr. 46) ergraben.
