Paternosterschnur

Paternoster

Generell: Das Pater Noster, das Credo und das Ave Maria gehörten im Spätmittelalter zu den Grundgebeten, welche schon von Kind auf gebetet wurden. Diese Gebete waren dementsprechend im Alltag immer gegenwärtig, als Gebetshilfe wurde eine sogenannte Paternosterschnur benutzt, um die Zahl der gebeteten Pater Noster zu bestimmen. War die Paternosterschnur im Hochmittelalter noch ein Zeichen der Frömmigkeit, wurde diese später zu einem Statussymbol. Wer es sich leisten konnte, trug Paternosterschnüre aus edlen Steinen, Gold und Silber offen zur Schau.

Quelle: Die Verwendung von Paternosterschnüren in Nürnberg lässt sich indirekt durch Einträge in den Satzungsbüchern der Stadt belegen. Im Nürnberger Satzungsbuch III/C von 1315 – 1360 (bearb. W.Schultheiss) heißt es hierzu: “ez sol kain burger…… noch kainerlay paternoster tragen, daz uber zwelf haller wert sei, und sol auch den uber den ars niht hahen, er sol in vorn an der seiten tragen, als man von alter her getan hat”. Desweiteren liefert die Arbeit „Studien zum mittelalterlichen Knochenschnitzerhandwerk in Konstanz“ von Marianne Erath Hinweise auf das im späten Mittelalter schon spezialisierte Berufsbild des Paternosterers im städtischen Umfeld.

Beschreibung der Rekonstruktion: Rekonstruktion eines Paternosters mit 10 “Dekaden” zu jeweils 10 flachen, krappgefärbten Knochenperlen. Die Dekaden sind mit 10 Messingperlen voneinander abgetrennt, als Träger dient ein ebenfalls krappgefärbtes Seidennestelband, welches an den beiden Enden zu Quasten ausläuft. Diese Form des Paternosters war in ganz Europa verbreitet und sehr beliebt.