Forchheimer Schaftleuchter Skt.Martinstr. 16
Quelle: Das Original stammt aus einem Fund aus Forchheim aus der St. Martin Straße 16, Inv.-Nr. Forcheim Lesefund Nr.6, Katalognummer 181. Der Fundkomplex datiert auf die Zeit um 1400. Beschrieben wird das Objekt in der Inaugural-Dissertation von Luitgard Löw “Keramik des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit aus dem westlichen Oberfranken”.
Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Das Schaftoberteil zeigt einen herausgeformtem, flachen, breiten, facettierten Wulst, welcher sich nach oben hin sich ausweitet, in die obere Öffnung wurde eine Tonplatte hineingelegt und verstrichen. Der Rand des Schälchens ist nach oben gezogen und leicht nach innen geneigt, ein randständiger, unregelmäßig geformter Bandhenkel ist unten auf den Wulst aufgesetzt und glatt verstrichen. Die Oberfläche zeigt sich rauh, fein gekörnt, der Scherben mit nur wenig feiner Magerung, außen beigebraun gefleckt, im Bereich der Mündung rußig. Maße des Objektes: der Randdurchmesser beträgt 10 mm, die erh. Höhe 12,9 cm.
Generell: Keramische Talglichter sind bei archäologischen Grabungen verhältnissmäßig häufig anzutreffen. Schaftleuchter bestehen aus einem Talglicht-Schälchen, dass auf einem Säulenartigen Sockel angebracht ist. Vergleichbare Funde finden sich regional in Bamberg (Müller 1996) sowie in Bayreuth (Bischoff 2006). Wie barockzeitliche Funde von glasierten Schaftleuchtern im Kloster Thierhaupten (Luitgard Löw 2001) zeigen, ist die Veränderung des Aussehens bis in die Neuzeit nur marginal . Anders als die verhältnissmäßig teueren Lichtquellen, wie z.B Wachskerzen, waren Talglichter, neben Talg- und Unschlittkerzen und dem Kienspan, eine günstigere Möglichkeit, über die Dämmerung hinaus die nutzbare Zeit des Tages zu verlängern.
Mit Rinder- oder Schweinetalg befüllt und mit einem Docht aus Leinen, Flachs oder Hanf ausgestattet, konnte das Talglicht eine ausreichende Helligkeit verbreiten.
Diese Rekonstruktion ist eine Arbeit von Anna Axtmann.
