Generell: Das Talglicht war, im Gegensatz zu den teueren Wachskerzen, neben dem Kienspan oder der Talgkerze, die weitaus günstigere Beleuchtungsmöglichkeit. Mit Rinder- oder Schweinetalg gefüllt und mit einem Docht aus Leinen, Hanf oder Flachs versehen, stellte das Talglicht eine vergleichsweise hell brennende Lichtquelle dar, hierdurch konnte die ausnutzbare Zeit des Tages über die Dämmerung hinaus relativ günstig verlängert werden.
Quelle: Ein spätmittelalterlicher Fund aus der Nürnberger Altstadt, Latrine des Gebäudes Am Weinmarkt 11
Vergleiche: Keramische Talglichter unterschiedlicher Formen sind sehr häufig in vielen spätmittelalterlichen, archäologischen Funden Süddeutschlands und Österreich anzutreffen. Die hier gezeigte Form der flachen Schale mit eingedrückter Dochtmulde stellt eine recht einfache, sehr früh auftretende Form mit einer langen Laufzeit dar, vor allen Dingen im 15. Jahrhundert tauchen dann Talglichter mit zwei oder mehr Dochtmulden auf. Aus Kronach stammt ein Fragment eines Öllämpchens mit eingedrückter Dochtmulde, datiert in das 13./14. Jahrhundert, vergleichbar hierzu ist ein Lämpchen aus Höfstetten, ebenfalls in Schalenform mit Dochtmulde. Weiter Schalenfragmente aus der Treuchtlinger Burg sowie aus Burgthann datieren in die zweite Hälfte des 14. Jahrhundert.
Diese Rekonstruktion ist eine Arbeit von Anna Axtmann.
