Gugel nach Nockert Typ 2

 

 

Generell: Die Gugel ist ein fester Bestandteil der Herrenkleidung des 14. Jahrhunderts. Sie diente vor allem als Schlechtwetter-Kleidung und stellt ein äußerst praktisches Kleidungstück dar. Sie ist aber auch Teil der Mode und somit den Trends der damaligen Zeit unterworfen. Kunsthistorisch seit dem Hochmittelalter nachzuweisen, variieren über die Jahrhunderte die Breite des Schulterkragens sowie die Länge des Schwanzes oder Zipfels. So wird der Gugelschwanz im Laufe der Zeit immer länger, bis er schliesslich über den Gürtel reicht, auch können die Ränder des Kragens gezaddelt sein etc.

Quelle:  Die rekonstruierte Version ist eine einfache Alltagsgugel, ohne Verzierungen. Sie entspricht dem “Nockert Typ 2″ und findet ihr Vorbild in der Gugel Herjolfsnes Nr. 65 (Nockert 1924). Bei diesem Typ werden die Geren jeweils auf der Vorder- und auf der Rückseite eingesetzt.  K. Kania bietet in ihrer Arbeit “Übersehen – Verkannt – Vergessen” aus dem Jahre 2003 einen neuen Ansatz zur Typologisierung der Gugel an. Fr. Kania unterteilt nunmehr in Kragen- und Schwanztypen, wobei die hier gezeigte Rekonstruktion unter die Kategorie “Gugel mit Schulterkragen und Bandschwanz” fällt.  Die Laufzeit dieser Variante wird bei diesem Typologisierungsvorschlag vom 14. bis in das 15. Jahrhundert angegeben.

Beschreibung der Rekonstruktion: Sie besteht im Deckstoff aus Krappgefärbter Wolle, im Futter aus dünner Wolle, die nur leicht mit Reseda (gelb) und Waid (blau) gefärbt wurde. Dieses Prinzip des farblich kontrastierenden Innenfutters ist typisch für die damalige Zeit.

Quellenvergleich: Aus diversen Bild- und Textquellen können wir in Erfahrung bringen, welche Kleidung damals von den Menschen getragen wurde. Auch über die unterschiedlich ausgeprägten Formen sowie Trageweisen der unterschiedlichen Kleidungsstücke, in diesem Falle der Gugel, erfahren wir anhand dieser Bild- und Textquellen sehr viel. Für Nürnberg lund die Region läßt sich anhand des Studiums diverser Figurinen an Brunnen und Kirchen die Verwendung von Gugeln unterschiedlichen Types nachweisen.