Spanngürtel

Spanngürtel

Quelle: Der zweifingrige Spannhaken wurde verschiedenen Bodenfunden aus dem deutschsprachigen Raum nachempfunden, der Gürtel selbst wurde nach Abbildungen aus der Schrift von Guido de Vigevano, Military Treatise, 1335 (Ms.Lat. 11015, f.41vf, Bibliotheque Nationale, Paris) sowie einem Fresko von Ambrogio Lorenzetti aus dem Jahre 1339 im Palazzo Pubblico, Sienna angefertigt. Die Verbreiterung des Gürtels im Rückenbereich ist auch sehr deutlich auf einer Abbildung aus dem „Cod.Palm.germ 848 – Große Heidelberger Liedhandschrift 1305 – 1340″, hier auf dem Folio 396r „der Kol von Nüssen“, zu sehen. 

Beschreibung der Rekonstruktion: Der zweiteilige Hüftriemen des Spanngurtes wurde aus vegetabil gegerbtem Rindsleder gefertigt, im Bereich des Rückens wurde der Riemen durch ein aufgenähtes, ellipsenförmiges Lederstück verbreitert. Die beiden Teile des Hüftriemens werden durch einen gschmiedeten Eisenring miteinander verbunden. Der ebenfalls aus Eisen geschmiedete, zweifingrige Spannhaken wird durch einen weiteren Riemen am Eisenring befestigt.

Generell: Die Verwendung von Spanngürteln in dieser Form kann weder archäologisch noch anhand von Bildquellen für Nürnberg direkt nachgewiesen werden, als gesichert gilt jedoch die Ausstattung Nürnberger Bürger im Kriegsfalle mit stadteigenen Einfußarmbrüsten (Werner Schultheiss, „Satzungsbücher und Satzungen der Reichsstadt Nürnberg aus dem 14. Jahrhundert“ sowie Alexander Schubert, „Der Stadt Nutz und Notdurft“), für deren effektiven Einsatz bei einer Zugstärke des Bogens von 80 Kilo und darüber unbedingt ein Spanngürtel benötigt wird.